Als Hochdruckreiniger wird ein elektrisch betriebenes, fahrbares und antriebsloses Arbeitsgerät bezeichnet, das mit Hilfe von 15 bis über 1.000 bar Wasserdruck und gegebenenfalls unter Zusatz von Reinigungsmitteln hartnäckige Verschmutzungen entfernt.

Das Reinigungsmittel (Wasser/Reinigergemisch) wird durch die Kompression leicht erhitzt, eine stärkere Erwärmung erreichen Dampfstrahler, bei denen ein elektrischer oder dieselbetriebener Brenner zum Einsatz kommt. Die Kompression erzeugt einen Dampfaustritt an der Reinigungsdüse oder dem Sprühkopf. Dadurch lassen sich Oberflächen auch von hartnäckigsten Verunreinigungen oder Farbschichten befreien. Da der Wasserstrahl sehr scharf ist, besteht sowohl eine erhöhte Unfallgefahr für umstehende Mitarbeiter als auch für die Beschädigung der zu behandelnden Oberfläche. Für komplexe Reinigungsaufgaben sind spezielle Schäume erhältlich, die hartnäckigen Schmutz anlösen oder z. B. in der Lebensmittelindustrie desinfizieren.

Billige Hochdruckreiniger verwenden Wasserdrücke von 80 bis 100 bar, oft sind diese Werte an der Düse so nicht zu halten. Die Mittelklasse bilden Geräte von etwa 150 bis 200 bar, bei diesen Geräten beginnen professionelle Einsatzmöglichkeiten. Hochdruckreiniger mit über 1.000 bar Wasserdruck werden auch als Höchstdruckreiniger bezeichnet. Mit diesen Geräten wird im industriellen Bereich auch die Bearbeitung von Oberflächen vorgenommen. Durchtrennungen von Metall- oder Steinplatten mit Hilfe von Wasserdruck (Wasserschneidegerät) arbeiten ebenfalls mit Höchstdruck.

Für eine optimale Reinigungswirkung braucht man neben ausreichendem Druck auch eine hohe Wassermenge, die den gelösten Schmutz abtransportiert (Schwemmleistung).

Mit einer Dreckfräse (oder auch Rotordüse), eine kreisenden Punktdüse von max. 0,8 mm Durchmesser, können großflächig hartnäckige Verkrustungen (metallische Oxidationen und Verspakungen) gelöst werden. Sie wird besonders bei Tankreinigungen eingesetzt.

Bei Reinigung von lose verlegten Gehweg- und Terrassenplatten und ähnlichem sollte man allerdings nur vorsichtig einen Hochdruckreiniger einsetzen, da der Wasserstrahl leicht den Fugensand weg- und die Platten unterspült. Auch bei der Reinigung von Fahrzeugen wie Autos, Fahrrädern usw. ist Vorsicht geboten; der Hochdruckstrahl dringt in Fahrradnaben ebenso ein wie in Türschlösser, was mittelfristig (teure) Folgeschäden nach sich ziehen kann.

Bei “vergrünten” Beton- oder Natursteinflächen reißt der Hochdruckstrahl die Poren des Materials auf, was schnell zu erneutem Grünbelag führt.

Eine Dreckfräse / Rotordüse ist deshalb bei allen empfindlichen Materialien tabu, und der normale Hochdruckstrahl sollte nur aus “sicherer” Entfernung eingesetzt werden. Dann allerdings kann der Strahl seine Wirkung nicht voll entfalten, und herkömmliche Putzmittel sind meistens die billigere, leisere und oft auch schnellere und nachhaltigere Alternative.

Quelle: Wikipedia